Kennst Du das? Da spricht jemand über Läuse und es juckt alle am Kopf! Interessantes Phänomen, aber darum geht es hier heute gar nicht. Es geht tatsächlich um Läuse! Parasiten auf dem Kopf! Keine will sie haben und wenn sie jemand hat, haben alle Angst davor sich anzustecken. Was sind denn Läuse, warum juckt es, wenn man sie hat und was kann man tun, um sie loszuwerden? Haben Läuse was mit mangelnder Hygiene zu tun? Braucht man Chemiekeulen um die kleinen ungebetenen Gäste wieder loszuwerden oder hat die Naturheilkunde auch da wertvolle Helfer? Genau darum soll es heute gehen.

Was sind Kopfläuse?

Ein bis Zwei Millionen Menschen haben jährlich Kopfläuse. Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch die Filzläuse und die Kleiderläuse. Die Filzläuse sind im Vergleich zu den Kopfläusen kleiner und finden sich dort, wo viele Schweißdrüsen sitzen (meist im Scharmhaarbereich und unter den Achseln, bei Kindern auch an den Wimpern möglich). Die Kleiderläuse finden sich in den warmen Falten der Wäsche und man findet sie nur auf der Haut, wenn sie Nahrung zu sich nehmen wollen.

Alle 3 Arten von Läusen, die beim Menschen vorkommen können, gehören zu den Parasiten. In diesem Artikel soll es aber nur um die sehr häufig auftretenden Kopfläuse gehen.

Gibt es eine Saison für Kopfläuse?

Ja, es gibt eine Saison für Kopfläuse. Hochsaison der Kopfläuse sind die Herbst- und Wintermonate, wenn sich viele Menschen auf engem Raum befinden. In Kindergarten und Schulen gibt es dann meist mehrere Fälle gleichzeitig. Das liegt daran, dass die Übertragung in den meisten Fällen von Kopf zu Kopf geschieht. Durch den engen Kontakt oder auch die gemeinsame Nutzung von Mützen, Hüten, Bürsten/Kämmen, können Läuse ungehindert von Kind zu Kind übertragen werden. Läuse können nicht, wie oft vermutet wird, springen. Aber in letzter Zeit habe ich öfters wieder von einigen Kitas gehört, in denen die Läuse wieder ihr Unwesen treiben, daher schreibe ich heute darüber.

Was passiert, wenn sich ein Kind mit Läusen ansteckt?

Ob man Läuse bekommt oder nicht, hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun! Bei einer Infektion mit Läusen legt die weibliche Laus Eier ab und klebt diese Eier an die Haare. Das sind die Nissen, aus denen dann nach 8 Tagen Larven entwickeln. Diese Larven häuten sich mehrmals und haben sich nach 3 Wochen zu einer neuen Generation entwickelt. Die Läuse haben 3 Stechrüssel, mit denen sie in die Kopfhaut stechen und sich Blut als Nahrung heraussaugen. Kopfläuse ernähren sich ausschließlich vom Blut des Menschen und können ohne Blut nicht überleben. Während diesem einstechen und raussaugen gelangt Speichel in die Kopfhaut. Diese Stiche oder auch Bisse sorgen für einen unangenehmen Juckreiz. Wenn das Kind kratzt, kann zusätzlich Läusekot in die Bissstelle gelangen und für eine Reizung, bis hin zur Infektion sorgen. Eine Infektion der Kopfhaut zeigt sich durch rote Pusteln, die vor allem hinter den Ohren auffallen. Eine weibliche Laus lebt unter optimalen Bedingungen ca20-30 Tage.

Wie kannst Du feststellen, ob dein Kind Läuse hat?

Das ist relativ einfach, dazu benötigst Du einen Nissenkamm und dann kämmt Du deinem Kind Strähne für Strähne die Haare. Meistens findest du dann einige Nissen, eher weniger Läuse. In der Regel befinden sich nie mehr als 20 Läuse auf einem Kopf, eher Nissen. Die Nissen kannst Du mit dem bloßen Auge als Punkte erkennen. Sie sind besonders an den Haarwurzeln zu finden und kleben dort fest. Die frischen Nissen sind weißlich/Silbergrau und tote Nissen sind bräunlich. Wenn Du dir unsicher bist, ob dein Kind Läuse hat, kannst Du auch mit einer Lupe genauer nachsehen.

Meldepflicht!

Wenn Du bei deinem Kind Läuse entdeckst, und dein Kind einen Kindergarten oder eine Schule besucht, bist du zur Meldung verpflichtet. Auch wenn es dir unangenehm oder peinlich sein sollte, bitte informiere die Einrichtung darüber. Und natürlich sollten auch Freunde und Familie informiert werden, damit diese schauen können, ob sie auch betroffen sind.

Was macht die Schulmedizin?

Behandlung der Haare und Kopfhaut mit lokalwirksamen Kopflausmitteln. Diese kann man rezeptfrei in der Apotheke kaufen. Z.B. Dimeticon, InfectoPedicul, Nyda, EtoPril, Linicin Lotion, Läusestopp, Goldgeist. Bitte je nach Altern des Kindes darauf gucken, ob das jeweilige Mittel zugelassen ist.

Was kann die Naturheilkunde?

Das sinnvollste bei Läusen ist eine ganzheitliche Therapie. Als erstes ist es wichtig, die Haare für mindestens 8 Tage lang jeden Tag mit dem Nissenkamm zu kämmen. Damit die Nissen sich besser vom Haar lösen, kann es sinnvoll und hilfreich sein, die Haare vor dem kämmen mit Essigwasser zu waschen. Dazu kannst du normalen Haushaltsessig nutzen und 1:1 mit Wasser mischen. Wasche den Kamm regelmäßig ab beim kämmen, damit die Nissen vom Kamm entfernt und nicht erneut in die Haare gekämmt werden. Läuse und Nissen überleben ohne Blut von der Kopfhaut bis zu 2 Tage. Daher entferne sie gründlich.

Heilpflanzen zur Behandlung von Kopfläusen:

  • Sojaöl und Kokosöl töten die Kopfläuse mechanisch. Z.B. Mosquito Läuseshampoo, Aesculo Gel L oder Liberalice DUO LP-Pro.
  • Nydal (enthält Anisöl)
  • Neembaumöl (enthält Azadirachtin was antiparasitär wirkt. Außerdem hat es eine antibakterielle wirkung) Dieses Öl kann auch bei Schwangeren und Babys ab dem 6. Lebensmonat verwendet werden. Folgende Produkte enthalten Neemöl: Neem Extrakt-FT Shampoo und Niemolind.
  • Pyrethrumextrakte aus Chysanthemum, das wirkt auf die Parasiten neurotoxisch. Da gibt es das rezeptfreie Pyrethrum oder Goldgeist. Die Anwendung sollte nach 5-8 Tagen wiederholt werden.

WICHTG:

Alle Mittel müssen genau nach Beipackzettel angewendet werden. Ggf. je nach Präparat müssen die Behandlungen auch wiederholt werden.

Vorbeugend:

Wenn bekannt ist, dass Läuse im Umlauf sind, kann es hilfreich sein 1-2 Tropfen ätherisches Öl direkt auf die Haare zu geben und einzumassieren. Dieser für die Läuse unangenehmer Geruch verhindert, dass sie es sich bei deinem Kind auf dem Kopf gemütlich machen. Dazu kannst Du folgende Öle nutzen: Lavendelöl, Eukalyptusöl, Rosmarinöl, Nelkenöl, Geraniumöl.

Nachbehandlung:

Da eignet sich das Neem-Haartonikum von Dr. Hauschka

Umgebung behandeln:

Alles was mit den Läusen kontakt hatte, oder gehabt haben könnte, sollte bei 60°C gewaschen werden. Wenn Du Textilien hast, die nicht bei 60°C gewaschen werden können, dann kannst Du diese für 2 Tage in den Tiefkühler geben, oder für 4 Wochen in einem Plastikbeutel Luftdicht verschließen. Sämtliche Bürsten, Kämme und Haargummis oder andere Gegenstände sollten für 20 Min in 60°C heißes Seifenwasser gelegt werden.

Abschließend ist zu sagen, dass Läuse lästig sein können, aber trotz allem ungefährlich sind. Falls Du dein Kind zusätzlich von einem Homöopathen oder Heilpraktiker behandeln lassen möchtest, sei an dieser Stelle erwähnt, dass für Heilpraktiker nach §24 Infektionsschutzgesetz (IfSG) Behandlungsverbot gilt.

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Bleib gesund!

Deine Isabel

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